Dänemarks Geschichte: 20. Jahrhundert

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) bleibt Dänemark neutral. Deutschland versichert im Gegenzug, keinerlei aggressive Absichten zu hegen. Dennoch muss die dänische Regierung deutschen Forderungen nachkommen, etwa den Großen Belt zu verminen, obwohl dieser nach internationalem Recht offen bleiben sollte. Auch bleibt das Land nicht vom Krieg verschont: Etwa 275 Schiffe der Handelsmarine werden versenkt, ca. 6000 dänische Südjütländer fallen auf der deutschen Seite. 1917 verkauft Dänemark seine letzte Kolonie, die Virgin Islands in der Karibik für 25 Millionen Dollar an die USA.

Im Versailler Vertrag von 1918 wird festgelegt, dass die Nordschleswiger 1920 in einer Volksabstimmung entscheiden sollen, zu welchem Staat sie gehören wollen. Die Mehrheit stimmt für den Anschluss an Dänemark.

Zweiter Weltkrieg

Dänemark 2. WeltkriegAuch im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) möchte Dänemark neutral sein, doch diese Mal dringen deutschen Truppen gewaltsam in das Land ein. Den abgeschlossenen Nichtangriffspakt (31. Mai 1939) bricht Deutschland, als es am 9. April 1940 Dänemark innerhalb weniger Stunden besetzt. Nach der Kapitulation der dänischen Regierung bleibt der Staat zunächst souverän: die Dänen regieren sich selbst, Heer, Flotte und Polizei bleiben unter dänischer Führung. Gegen Ende des Krieges beginnen die Besatzer, diktatorischer zu werden, 1943 verhängt die deutsche Wehrmacht das Kriegsrecht. Doch der dänische Widerstand hat sich in der Zwischenzeit gut organisiert und kann etwa 7000 dänischen Juden zur Flucht nach Schweden verhelfen. 1944 löst sich Island von Dänemark und erklärt sich zur selbstständigen Republik. Am Ende des Krieges sind 7000 Dänen ums Leben gekommen.

Nachkriegszeit

Dänemark wird 1945 ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (UN) in New York, auch wenn sie im Zweiten Weltkrieg neutral geblieben waren und nicht zu den Alliierten gehörten. Das Land gibt nun auch endgültig seine Neutralität auf und gründet 1949 die NATO mit.

In den 1950er-Jahren verbessert sich das Verhältnis mit der Bundesrepublik Deutschland zunehmend. 1955 lösen die Regierungen beider Staaten das Problem der Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet, indem beiden Seiten kulturelle und politische Sonderrechte zugesichert werden.

1972 wird Margrethe II. Königin von Dänemark, die bis heute regiert. Ein Jahr später tritt Dänemark der EG (Vorläufer der heutigen EU) bei. Im Jahr 1993 stimmen die Dänen den EU-Verträgen von Maastricht mehrheitlich zu, ein Jahr zuvor hatten sie diese in einem Referendum noch abgelehnt. Am 29. September 2000 entscheiden sich die Dänen mit einer knappen Mehrheit gegen die Einführung des Euros, bis heute ist die Krone die Währung in Dänemark.

1998 wird die Brücke über den Großen Belt eröffnet und im Juli 2000 schließlich die Øresundbrücke zwischen Seeland und Schweden. Damit ist Dänemark direkt an den Kontinent angebunden.

(Bildquelle: wikimedia)

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