Dänemarks Geschichte: Frühzeit bis Mittelalter

Dänemarks Geschichte lässt sich bis ins Jahr 80 000 v. Chr. zurückverfolgen. Archäologische Funde, die auf dieses Jahr datiert wurden, fand man bei Hollerup im Jütland. Sie weisen auf eine frühe menschliche Besiedlung hin.

Etwa 8700 v. Chr. ziehen Jäger und Sammler durch das bewaldete Gebiet des heutigen Dänemarks. Im Laufe der Zeit werden diese Nomaden sesshaft, es entwickelt sich Landwirtschaft, Töpferei und Religion. Im Norden Jütlands an den Ufern des Limfjords wurden Abfallgruben gefunden, die von der Zeit zwischen 4000 und 2000 v Chr. zeugen.

Römerzeit

Durch die Ausdehnung des römischen Reiches bis zum Rhein nimmt auch in Dänemark die Entwicklung des Kriegshandwerks stark zu. Ab 100 v. Chr. nimmt der Handel zwischen dem Römischen Imperium und den Bewohnern des heutigen Dänemarks. Ein Staatsgebilde gibt es noch nicht, nur verschiedene kleinere Stammesfürstentümer.

Mittelalter

Um 700 n. Chr. entsteht schließlich ein Königtum in Dänemark, der erste Herrscher heißt vermutlich Angantyr. Das Land wird von Jüten, Heruler und Angeln bewohnt, die auch als Wikinger bezeichnet werden. Die Wikinger sind besonders bekannt als Händler und Entdecker, aber auch als Eroberer und Kolonisatoren. Ihre Raubzüge zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert an den europäischen Küsten machen sie besonders berüchtigt.

Runenstein Harald BlauzahnVon etwa 800 bis 810 regiert König Godfred. Dessen Sohn Harald beginnt die Christianisierung der Dänen, jedoch dauert es noch weitere 100 Jahre bis Harald Blauzahn (935-985) auf dem Runenstein von Jelling verkündet, er habe das ganze Land und seine Bewohner christianisiert. Dieses bedeutende historische Dokument wird daher auch „Taufschein Dänemarks“ genannt.

Der Nachfolger Sven Gabelbart (985-1014) und dessen Söhne Harald II. (1014-1018) und Knud der Große (1018-1035) erobern Schleswig, Norwegen und Teile der britischen Inseln. Nach dem Tode Knuds zerfällt das Reich jedoch wieder.

Ab Ende des 11. Jahrhunderts werden die dänischen Könige zunehmend von katholischen Bischöfen beraten. Das hat zur Folge, dass Adel und Bauern ihre Privilegien verlieren, was auf Widerstand stößt. Schließlich ermorden Bauern aus Wut über erhöhte Steuern Knud IV. (1080-1086) in Odense. Das ist das vorläufige Ende der radikalen Machterweiterung der Könige.

Unter Valdemar I. dem Großen (1157-82) erlebte das Land wieder eine positivere Zeit. Valdemars Ziehbruder und Bischof von Roskilde, Absalon, macht sich einen Namen als Städtegründer und Feldherr. 1167 lässt er einen Hafen an der Ostküste von Seeland anlegen – das spätere Kopenhagen ist geboren. Unter Valdemar II. (1202-1241) erobern die Dänen 1219 Estland, gründen dort Reval (das heutige Tallinn) und kontrollieren zeitweise den Ostseehandel. Zu dieser Zeit wird der Danebrog die dänische Flagge. Doch in der Schlacht bei Bornhöved erleitet Valdemar gegegen norddeutsche Fürsten eine Niederlage – Dänemarks Zeit als Großmacht ist vorerst beendet. Adel und Geistliche können ihre Macht auf Kosten der Monarchie stärken. Es herrscht feudale Anarchie, erst Valdemar IV. Atterdag (1340-1375) kann die Krone wieder neu erstarken. Nach seinem Tod übernimmt seine Tochter Margrethe (1353-1412) die Regentschaft. Als ihr Mann König Håkon VI. von Norwegen 1388 stirbt, erbt sie auch dessen Krone und ein Jahr später wählt sie der schwedische Adel zu ihrer Königin. Die verfassungsrechtliche Grundlage für die Drei-Staaten-Union wird 1397 mit der Kalmarer Union geschaffen.

Stockholmer Blutbad1460 erklären die schleswig-holsteinischen Stände überraschend den dänischen König Christian I. nach mehreren Kriegen zum Herzog von Schleswig und von Holstein. Er muss garantieren, die beiden Länder niemals zu trennen. Bis ins 19. Jahrhundert gehören beide zum dänischen Königreich. Auch Norwegen gehört bis 1814 zu Dänemark, Schweden versucht sich dagegen schon bald loszulösen. Nach dem „Stockholmer Blutbad“ 1520, bei dem Christian II. (1513-1523) oppositionelle schwedische Adlige hinrichten ließ, bewirkt das endgültige Aus der Kalmarer Union. Der schwedische Reichstag wählt Gustav Eriksson Vasa zum König von Schweden, das von nun an in scharfer Konkurrenz zu Dänemark-Norwegen steht.

(Bildquelle: Casiopeia, wikimedia)

Weitere Beiträge

Tags: , , ,

Suche


Schlagworte