Dänische Literatur
Dänische Literatur erfreut sich zurzeit einer großen Beliebtheit. Lange Zeit wurden dänische Bücher gar nicht mehr ins deutsche übersetzt, dies hat sich aber dank dänischer Initiative gründlich geändert.
Unter anderem Tania Blixen (1885-1962) ist der heutige gute Ruf zu verdanken: Ihre Lebensgeschichte „Out of Africa” (1937) wurde durch die Hollywood-Verfilmung mit Meryl Streep und Robert Redford weltberühmt.
Als besonders charakteristisch an den Werken dänischer Autoren gilt, dass sie Themen der großen Weltphilosophie oft aus der kleinen Alltagsperspektive zeigen. Bestes Beispiel dafür sind die auch in Deutschland sehr erfolgreichen Romane von Peter Høegs. Besonders sein spannender Kriminalroman „Fräulein Smillas Gefühl für Schnee” und „Der Plan von der Abschaffung des Dunkelns” sind für Literaturinteressierte Pflicht.
Anfänge der dänischen Literatur
Als Begründer der dänischen Prosa gilt der Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus, der im 12. Jahrhundert lebte. Sein in Latein verfasstes Werk „Geschichte Dänemarks” enthält viele Sagen- und Märchenmotive und ist damit nicht historisch belegbar. Doch haben sein Werk und die vielen Übersetzungen ins Dänische großen Einfluss auf die dänische Prosa gehabt.
18. Jahrhundert
Anfang des 18. Jahrhunderts prägte besonders Ludvig Holberg (1684-1754) die Literatur. Seine Komödien wurden auch in Deutschland inszeniert, so führte etwa Goethe in Weimar den „politischen Kannengießer” auf. Und auch Lessing orientierte sich bei seinen ersten Komödien an Holberg.
Nach 1750 wurde der deutsche Einfluss in Dänemark immer stärker. Dies lag etwa daran, dass berühmte deutsche Kulturvertreter - allen voran Friedrich Gottlieb Kloppstock - in Dänemark eine neue Heimat fanden. Kloppstock bildete den Mittelpunkt eines Kreises von Dichtern und Literaten und beeinflusste so auch den ersten großen dänischen Dichter, Johannes Ewald (1743-1781). Ewald schrieb unter anderem die dänische Königshymne „Kong Christian stør ved høje mast” (König Christian steht am hohen Mast).
Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen (1805-1875) lernte bei seiner ersten Auslandsreise nach Deutschland Tieck und Chamisso kennen und schätzen. Sein „Märchen meines Lebens ohne Dichthaltung” erschien sogar zunächst 1847 auf Deutsch, erst acht Jahre später wurde es ins Deutsche übersetzt. Daher sind Andersens Märchen auch so selbstverständlich in das deutsche Kulturleben eingebunden.
Nobelpreis
Besonders verdient gemacht um die dänische Literatur haben es sich außerdem die folgenden drei dänischen Nobelpreisträger für Literatur: Karl Gjellerup, Henrik Pontoppidan (beide 1917) und Johannes Vilhelm Jensen (1944).
(Bildquelle: Inge)
