Christiania bei Kopenhagen
Ein Besuch der Freistadt Christiania sollte bei einem Kopenhagen-Besuch mit eingeplant werden. Im Osten der Insel Amager liegt das 34 Hektar große Gebiet, auf dem militärische Einrichtungen zum Schutz der Flotte des Königs errichtet wurden.
Nachdem das Gelände 1971 geräumt wurde und die Stadt die Gebäude verkommen ließ, ließen sich hier Hausbesetzer nieder. Am 13. November gründeten sie den Freistaat, in dem sie nach eigenen Vorstellungen leben wollten. Nachdem alle Versuche einer Räumung gescheitert waren, wurde das „soziale Experiment” 1991 legalisiert. Die Bewohner mussten sich bereit erklären für Miete und Nebenkosten aufzukommen und die Gebäude zu erhalten.
Organisation von Christiania
Die knapp 1000 Christianitter verwalten sich basisdemokratisch. Es gibt keine Polizei, man setzt auf Selbstregulierung von Konflikten. Autos und Motorräder sind verboten, „weiche” Drogen wie Cannabis dagegen erlaubt. Doch zu Beginn des Jahres 2004 mussten die Haschischhändler auf Druck der Regierung ihre Verkaufsstände abreißen. Seitdem ist der Handel mit Haschisch nach 30 Jahren nicht mehr offiziell. Auch wenn die Siedlung mittlerweile von der Schließung bedroht ist, ist sie doch Modell für ähnliche Projekte in Europa.
Ein Spaziergang durch die bunten bemalten Häuser und Bauwagen von Christiania lohnt sich aber auch wegen der lebendigen Kulturszene, die die Siedlung zu bieten hat.
(Bildquelle: brooke)
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Tags: Kopenhagen, Kultur
